Scope-Drift in Beratungen: Ein Strukturproblem
- Volker Hübsch

- vor 1 Tag
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Scope-Drift vermeiden: Angebotsstruktur richtig aufsetzen
Wenn Projekte regelmäßig ausufern, wird die Ursache oft beim Kunden gesucht.
Zu anspruchsvoll.
Zu detailverliebt.
Zu unklar.
Tatsächlich entsteht Scope-Drift in vielen Beratungsunternehmen durch eine unzureichende Angebotsarchitektur.
Individuelle Angebote erzeugen strukturelle Unschärfe
Viele Beratungen arbeiten mit stark individualisierten Angeboten.
Das wirkt flexibel.
In der Praxis führt es jedoch häufig zu:
unklar definierten Leistungsgrenzen
fehlender Trennung zwischen Basisleistung und Erweiterung
nicht definierter Preisstrategie
inkonsistentem Upselling
Ohne klare B2B Angebotsstruktur verschwimmen Leistungsumfang und Zusatzleistung.
Scope-Diskussionen sind dann unvermeidbar.
Scope-Drift ist kein Kundenproblem
Wenn Leistungsgrenzen nicht explizit definiert sind, entstehen Interpretationsspielräume.
Der Kunde fordert „nur eine kleine Ergänzung“.
Das Projektteam empfindet es als Mehraufwand.
Das Problem liegt nicht im Verhalten des Kunden, sondern in der fehlenden Struktur.
Eine belastbare Angebotsarchitektur definiert:
klar abgegrenzte Leistungsbestandteile
definierte Erweiterungsoptionen
transparente Preislogik
strukturierte Entscheidungsstufen
So wird aus Scope-Drift ein systematisches Upselling im B2B-Kontext.
Architektur schafft Planbarkeit
Ein sauber strukturierter Sales-Prozess reduziert operative Reibung erheblich.
Nicht, weil Projekte einfacher werden.
Sondern weil Komplexität kontrollierbar wird.
Unternehmen mit klarer Angebotsarchitektur erleben:
stabilere Margen
weniger Rabattdruck
höhere Projektwerte
bessere Forecast-Qualität
Scope-Drift ist kein Zufall.
Sie ist ein struktureller Indikator.
Wer planbares Wachstum erreichen will, beginnt bei der Architektur – nicht beim Aktivismus.


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